Glocke vom 10.03.2026

Warendorf (g). Zur Entscheidung im Sport, Vereinswesen- Ehrenamts-und Bürgerbeteiligungsausschuss des Rates der Stadt Warendorf zur Streichung der Sportförderung äußert sich Heinz Goldmann aus Warendorf.
Ich war fassungslos, als ich das erfahren habe. Nach der Pressemitteilung des Stadtsportverbandes war aus vielen Kreisen der Warendorfer Bürgerschaft zu hören: ,Wie kann man ausgerechnet beim Sport so stark kürzen?“ Der Kompromissvorschlag des SSV, die Sportförderung nicht von 40 000 Euro auf null zu setzen, sondern auf 20 000 zu reduzieren ist mit 9:7 FDP- und CDU- Stimmen vom Ausschuss abgelehnt worden
Ich schreibe als jemand, der Sport- und Vereinsleben in Warendort seit Jahrzehnten erlebt und mitgetragen hat. Als Sportler, als Ehrenamtler und als Unterstützer. der weiß, wie viel Idealismus und Arbeit in einem Verein steckt. Vereine sind kein ,,Freizeitluxus“. Sie sind Heimat. Sie sind Wertevermittlung.
Sie sind ein Stück soziale Infrastruktur.
Wer vermittelt täglich unseren Kindern Fairness, Respekt, Verbindlichkeit und Teamgeist? Wer sorgt dafür, dass Jugendliche nicht nur ,,beschäftigt.“, sondern in Gemeinschaft eingebunden sind? Das sind unsere Sportvereine, getragen vom Ehrenamt. Eine Entscheidung, die eine Basisförderung auf null setzt, ist ein fatales Signal. Sie entmutigt ehrenamtliches Engagement, erhöht den Druck auf Vereine und gefährdet Angebote. Ich verstehe die schwierige Haushaltslage, aber Sparen braucht Augenmaß.
Wenn Förderung wegfällt, bleiben Vereinen nur zwei Wege: Beiträge erhöhen oder Angebote reduzieren. Viele Vereine haben ihre Beiträge bereits anpassen müssen. Kosten steigen überall: Trainer, Übungsleiter, Energie, Material usw. Fällt dann zusätzlich die Förderung weg, verpuffen diese Anpassungen und
Teilhabe wird für Familien schwerer.
Das trifft Kinder, Jugend und Familien. Und bitte ehrlich: Was wäre, wenn die Sportvereine nicht mehr so aktiv wären? Wo stünde unsere Stadt dann? Wer würde die Leistungen ersetzen, die Vereine Tag für Tag erbringen – bei Gesundheit und Prävention, Integration und Inklusion, Jugendarbeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt?
Mein Appell an CDU und FDP: Nutzen Sie die Zeit bis zur Ratssitzung am 26. März für eine Kurskorrektur. Das wäre kein Gesichtsverlust, es wäre ein Bekenntnis zur „Stadt des Sports“ statt „Stadt der Baustellen“.