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TUS bezieht Stellung zur aktuellen Schuldiskussion
[25.10.2010]

Die aktuelle Diskussion um den Erhalt einer weiterführenden Schule und der den dazugehörigen Sportstätten in Freckenhorst hat den TUS zu einer offiziellen Stellungnahme bewogen. Im Namen des Vorstandes hat der erste Vorsitzende Raimund Kortenjann einen offenen Brief an den Bürgermeister der Stadt Warendorf, die Fraktionen im Stadtrat, an „Die Glocke“, an die „Westfälische Nachtrichten“ und an Radio Warendorf geschickt.

Der Inhalt des Briefes lautet wie folgt:

Herrn Bürgermeister Walter
und die Vorsitzenden
der im Rat der Stadt Warendorf
vertretenen Fraktionen

48231 Warendorf 23.10.2010

Diskussion um den Schulstandort Freckenhorst sowie die damit indirekt verbundene Existenz des TUS Freckenhorst 07 e.V.

Sehr geehrter Bürgermeister Herr Walter, sehr geehrte Frau Kleene-Erke,
sehr geehrte Herren,

mit Bedauern hat der TUS Freckenhorst 07 e.V. zur Kenntnis nehmen müssen, dass auch der heimische Sport, trotz der immer wieder zu betonenden wichtigen sozialen Aufgabenstellung, nicht von Konsolidierungsmaßnahmen verschont bleiben wird. Die sogenannte “Giftliste“ enthält deutliche Aussagen.

Auch unter der ausdrücklichen Würdigung der Tatsache, dass die Stadt Warendorf weiterhin auf die Erhebung von Hallennutzungsgebühren verzichtet, sind die aufgeführten Konsolidierungsmaßnahmen und deren Auswirkungen für die Sportvereine um so schmerzlicher, da sich bereits die bisherige Unterstützung, wie es in anderen kreisangehörigen Kommunen nicht unbedingt der Fall ist, nicht auf einem hohen Niveau befand bzw. befindet.

Aufgrund der aktuellen Finanzsituation der Stadt Warendorf, die auch der TUS Freckenhorst 07 e.V. mit Sorge zur Kenntnis genommen hat, aber auch aufgrund der anscheinend fehlenden Sportlobby in den politischen Gremien, die das Eine oder Andere (siehe Beschlüsse im Sozialausschuss) zu Gunsten des heimischen Sports noch „bewegen“ könnten, will ich an dieser Stelle auf die „sportlichen“ Konsolidierungsmaßnahmen und deren negativen Konsequenzen nicht weiter eingehen.

Vielmehr möchte (muss) ich mich im Namen des TUS Freckenhorst 07 e.V. zum Thema „Schulstandort Freckenhorst“ (Gebäude der Hauptschule) äußern.

Der Vorstand des TUS Freckenhorst 07 e.V. hat sich der Diskussion um den Schulstandort bisher bewusst entzogen und sich, trotz der Erwartungshaltung Dritter, nicht vor „diesen Karren spannen lassen“.

Dies insbesondere, weil kein direkter Zusammengang zwischen der Frage des Verbleibs eines Schulstandortes und den Anliegen eines Sportvereines besteht. Der TUS Freckenhorst 07 e.V. geht derzeit davon aus, dass die vorrangige schulpolitische Entscheidung ausschließlich auf die Frage des Verbleibs eines Schulstandortes in Freckenhorst ausgerichtet ist.

Hieraus leitet der TUS ab, dass in der Konsequenz, bei einer Aufgabe dieses Schul-standortes, nicht automatisch eine Entscheidung über die weitere Nutzung oder über die Veräußerung des Gebäudekomplexes, einschließlich Lehrschwimmbecken, Turnhalle und Ascheplatz, gefällt wird.

Mit dieser Argumentation und dem Hinweis auf die sicherlich vorhandene Weitsichtigkeit der in den politischen Gremien tätigen Ratsmitglieder, hat sich der TUS Freckenhorst 07 e.V. bisher nicht in die Frage um einen Verbleib eines Schulstandortes in Freckenhorst eingemischt.

Für den größten Verein in Freckenhorst steht fest — und da sind wir uns ganz sicher -.-.-, dass ohne die (Hauptschul-) Turnhalle und den Ascheplatz, der Verein vor dem sofortigen AUS stünde. Eine sport- und sozialpolitische Katastrophe, die in der Freckenhorster Bevölkerung für mehr Wirbel sorgt, als die Diskussion um den Erhalt des Lehrschwimmbeckens oder gar um den jetzigen, dem Schulstandort.

Dass dieser der Wille der Stadt Warendorf und der politischen Gremien ist, dieses können wir uns als TUS und auch ich persönlich, absolut nicht vorstellen.

Im Namen des Vereins richte ich daher die dringene Bitte an den Bürgermeister und an die Fraktionsvorsitzenden der Stadt Warendorf, im Rahmen der Diskussion im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss am kommenden Montag und in der Rartssitzung am 04.11.2010 zu verdeutlichen, dass zwar die Existenz des TUS Freckenhorst 07 e.V. nicht von Ihrer Entscheidung des Verbleibs eines Schulstandortes abhängig gemacht werden kann, aber gegebenenfalls im Fall der Veräußerung der Gebäudeteile ist.

Mit dieser für uns deutlichen Klarstellung möchten wir deutlich machen, dass wir uns an der politischen Diskussion um den Schulstandort Freckenhorst heraus halten und uns einzig für die weitere Nutzungmöglichkeit der Turnhalle und des Ascheplatzes einsetzen, und dieses mit unserer ganzen Kraft. Der Verbleib als Schulstandort ist dabei sicherlich sehr hilfreich.

Ich nutze mit dieser Stellungnahme die Gelegenheit, unsere Entäuschung über die örtliche Politik zum Ausdruck zu bringen. Keiner der im Rat vertretenen Parteien hat es für notwendig empfunden, die Auswirkungen der Sportpunkte der “Giftliste“ mit uns zu besprechen. Wie will die Politik ausgewogen entscheiden, wenn Hintergrundwissen nicht eingeholt wird. Wir erklären aus ausdrücklich zu Gesprächen bereit.

Macht das Streben nach einer Landesgartenschau blind und bleiben somit örtliche Basisprobleme unerkannt?
Wie sol ich sonst eine Äußerung aus der Politik verstehen, die lautet: „Ohne Giftliste keine Landesgartenschau.“

Mit freundlichen Grüßen
gez.

Raimund Kortenjann
1. Vorsitzender